Praxisbeispiele

Oberschule Paunsdorf beweist: „Jeder Absolvent mit Abschluss ist möglich“

Das Projekt „Was werden!“ - Jeder Absolvent mit Abschluss und Anschluss startete an der Oberschule Paunsdorf mit dem Schuljahr 2010/11. Im Oktober 2015 konnte Anschluss in die berufliche Bildung gefunden werden. Die Erfahrungen und Ergebnisse finden Sie im Bildungsbrief 3. Schlagwortartig seien einige Begriffe erwähnt, hinter denen sehr engagiertes Arbeiten stand und steht: Schul- und Bildungsvereinbarungen, Steuer- und Arbeitsgruppen, Stärken fördern - Schwächen mindern, Schülercoaching, Trainingsraummethode, Teambildung, Streitschlichter, Prävention, zusätzliche Ressourcen, Kommunikationsstruktur, Nachhaltigkeit, Methodenlernen, Unterstützungssysteme…

Aber alle diese Ergebnisse wären nicht möglich geworden, wenn nicht alle Beteiligten an einem Strang gezogen hätten. Die Einbeziehung in „Schule mit Zukunft Leipzig Ost“ hatte sich fast von selbst ergeben. 2010 lernten an dieser zweizügigen Mittelschule mit etwa 270 Schülern etwa 10 Prozent Kinder mit diagnostischem Förderbedarf, dazu Kinder mit Teilleistungsschwächen sowie von Jahr zu Jahr mehr Schüler mit Migrationshintergrund. Den Anteil von Bewohnern in Paunsdorf, die auf Transferleistungen angewiesen sind, galt es dabei auch zu beachten. Umso wichtiger für die umfassende Bildungs- und Erziehungsarbeit wurde es daher, dieses spezielle Umfeld des Stadtteils in die konkreten Unterrichtsverläufe einzubeziehen.

Bildungsbrief_3

StartTraining 1.&5. Klasse führt zum Erfolg

StartTraining ist einer unserer selbstentwickelten Bausteine auf dem Weg zum Ziel “Jeder Absolvent mit Abschluss”. Das Ziel, das StartTraining sowohl als Projekt der ProBildung Leipzig-Ost GmbH als auch als Fördermaßnahme  transparent zu machen, bildet ein zentrales Anliegen. Einzelförderung, so belegt die Datenanalyse, ist ein manifester Bestandteil des StartTrainings.

Damit stellt sich das StartTraining dem Anspruch einer kinderzentrierten Pädagogik auf zunehmend notwendiger werdende Weise. Wir freuen uns über den weiteren Erfahrungsaustausch und die Verwertung unserer Ergebnisse und Erfahrungen in anderen Schulen, die unsere Bildungsbriefe 2 und 4 vermitteln.

Dem Erfahrungsbericht wird eine wissenschaftliche Evaluation an die Seite gestellt. Dadurch ist es möglich, durch das StartTraining positiv wahrgenommene Veränderungen aus der subjektiven und damit ggf. im besten Sinne emotional gefärbten Perspektive zu lösen und quantitativ wie auch qualitativ zu beschreiben. So liegt eine sachliche Analyse vor, die auf gezielter Datenerhebung beruht, mit statistischen Verfahren beobachtet werden kann und damit „messbarer“ wird.

Der Bildungsbrief 2 hat das StartTraining in den Klassenstufen 1 und 5 (Oberschule) im Schuljahr 2014/2015 erstmals illustriert. Der Bildungsbrief 4 greift einzelne thematische Aspekte des Bildungsbriefes 2 auf. Diese Kontinuität erlaubt einen Vergleich von Erfahrungsbericht und Datenauswertung. Der Neuwert besteht in der Erweiterung des Untersuchungsfeldes, das zu einer wesentlich detaillierten Beschreibung des Trainings führt und den Stand des StartTrainings im Schuljahr 2016/2017 abbildet.

LINK zum Bildungsbrief 2

LINK zum Bildungsbrief 4

Lernwerkstatt fördert Freude am Lernen

Pünktlich zu Schuljahresbeginn 2017/18 konnte die Lernwerkstatt in der August-Bebel-Schule übergeben werden. Der 65 Quadratmeter große Raum in heller freundlicher Ausstattung wurde von zwei Lehrerinnen in ihrer Freizeit mit viel Engagement und Begeisterung gestaltet und mit finanzieller Unterstützung durch Pro Bildung ermöglicht. Die ersten Schüler nahmen sofort die neuen Möglichkeiten zum Lernen und Experimentieren wahr. Ansprechende und moderne Lehrmaterialien aus den Bereichen Deutsch, Mathematik und Sachunterricht stehen zur Verfügung. Individuelle Förderung und Betreuung wird zusätzlich von ehrenamtlichen Unterstützern geleistet. Die Lernwerkstatt steht den Kindern vormittags im Rahmen des Unterrichts für Arbeitsaufträge aus Tages- oder Wochenplänen oder für Kleingruppenförderung zur Verfügung. Ergänzend dazu können die SchülerInnen das Kabinett im Rahmen der Ganztagsausgestaltung für die Erledigung der Hausaufgaben nutzen.
Durch die Einbindung von ehrenamtlichen Kräften wird eine kontinuierliche Besetzung der Lernwerkstatt möglich.

 

„Das schmeckt aber gut!“ - Erstklässler kochen gesundes 4-Gänge-Menü

Die Kinder der 1. Klasse der Grundschule am Rabet machten im Rahmen der
Projektwoche "gesund und fit" mit Unterstützung von „Schule mit Zukunft“
einen Ausflug in das Kinder- und Erlebnisrestaurant, um gemeinsam zu
kochen, zu schlemmen und zu erkennen, dass es neben Pizza, Nudeln und co.
Noch viele weitere gesunde und leckere Gerichte zum Selberkochen gibt.
Nach einer kurzen Einweisung und anschließendem Händewaschen ging es los.
Hier wurden Kartoffeln und Möhren geschnitten, dort Streusel geknetet,
andere pellten Kartoffeln ab und die nächsten pressten Apfelsaft. Keinem
wurde es langweilig, denn zu tun gab es genug. Schließlich sollte am Ende
ein 4-Gänge-Menü zubereitet werden.
Die kurzen Wartezeiten zwischendurch nutzten die Kinder begeistert am
Kicker oder auf das Spielpferd.
Nach 2 Stunden harter Arbeit war es dann schließlich geschafft und es
konnte fröhlich und viel geschlemmt werden.
Serviert wurde eine Kartoffelsuppe mit Wiener, Kartoffelecken mit
Kräuterquark, Quarkkeulchen und zum Abschluss einen Pflaumen Crumble.
Es schmeckte köstlich und natürlich konnten die Kinder nicht genug
bekommen. Doch irgendwann war auch der letzte Bauch gefüllt und kein Platz
mehr für einen weiteren Bissen. Satt und zufrieden ging es langsam zurück
zur Schule.
Der Besuch im Kinder- und Erlebnisrestaurant ist eingebettet in eine ganze
Reihe von Aktionen, die das Ziel haben, Grundschüler für gesundes Essen zu
sensibilisieren.                                                             Swenia Teichmann

 

 

Top in Mathematik dank KUMON

Im Februar 2018 endete die Testphase des Lernprogramms KUMON an der Schule am
Rabet mit einem überragenden Erfolg. Alle Flüchtlingskinder der Klasse 1c
konnten in Klasse 2 versetzt werden, und auch die deutschen Schüler
profitieren von dem Programm. Einige der Zweitklässler lösen sogar bereits
die Matheaufgaben von Klasse 3. Damit hatte das japaniche Lernprogramm seine erfolgreiche Deutschlandpremiere an der Schule am Rabet im Leipziger Osten.
Zu verdanken ist dieser Erfolg der gemeinsamen Kooperation von Kumon
Deutschland und dem Projekt „Schule mit Zukunft Leipzig Ost“ der ProBildung
Leipzig-Ost gemeinnützige GmbH.
Dass an der Grundschule im Leipziger Osten solche Erfolge erreicht werden,
ist keine Selbstverständlichkeit. Fast 70 Prozent der Schüler haben einen
Migrationshintergrund. Viele konnten durch die Flucht keinen Kindergarten
besuchen und müssen dementsprechend viel Vorwissen nachholen. Die stark
individualisierte und vom Vorwissen der Kinder unabhängige Methode wird
seit März 2017 an der Schule am Rabet eingesetzt.
„Es tat mir leid zu sehen, dass viele Migrantenkinder gleich die erste
Klasse wiederholen mussten, weil sie in Mathematik nicht mitkamen“, sagt
Nicole Szuban, Klassenlehrerin der jetzigen 2c. Unter ihren 25 Schülern
sind fünf deutsche Kinder. Die Leistungsspanne innerhalb der Klasse war
enorm groß. Auf der Suche nach optimaler Förderung stieß Nicole Szuban auf
das Lernprogramm KUMON. „Es war mir wichtig, niemanden abzuhängen, sondern
das Potential aller Kinder optimal zu entfalten und sie mit Freude am
Lernen zu halten. Dies leistet KUMON“, so die erfahrene Grundschullehrerin.
Dank der Förderung von ProBildung Leipzig-Ost gGmbH und KUMON Deutschland
konnte sie die Methode in ihrer Klasse einsetzen. Zehn Minuten bearbeitet
jedes Kind in jeder Mathestunde seine persönlich auf es zugeschnittenen
Arbeitsblätter. Gerechnet werden erst viele leichte, dann immer
anspruchsvollere Aufgaben. Die Folge: Viele Schüler werden nicht nur besser
und schneller, sondern sind auch im regulären Mathematikunterricht aktiver
und engagierter. Nach knapp einem Jahr lösen einige Kinder bereits
Aufgaben, die deutlich über den erwarteten Leistungen ihrer Klassenstufe
liegen - ohne dass sie ihnen explizit erläutert wurden!
Dr. Sylvia Harms, Leiterin des KUMON-Lerncenters Leipzig-Gohlis dazu: „Wir
wollten uns schon länger für Flüchtlinge engagieren und waren froh über
diese konkrete Idee“. Auch Wolfgang Gärthe von der ProBildung Leipzig-Ost
gGmbH freut sich: „Großes Lob und Anerkennung für die verantwortliche
Lehrerin an der Schule am Rabet und Dank an KUMON! Das Zwischenergebnis
motiviert!“
Warum macht den Kindern KUMON so viel Spaß? „Weil ich das schnell und gut
kann!“. „Das Schulbuch ist manchmal schwer. KUMON kann ich gut!“. „Wir
werden schlau, dann melden wir uns und sagen das Richtige“ – so einige
Schülerstimmen. „Manchmal zählt ein Schüler vorweg die Seiten und ruft:
‚Fünf Blätter heute, das schaff ich!‘“, sagt Nicole Szuban und meint, dass
die Befriedigung, etwas Angestrebtes zu Ende gemacht zu haben, auch ein
Grund ist, die Methode zu mögen.
„Jeder Schüler erhält genau die richtige kleine Herausforderung, die er gut
bewältigen kann“, beschreibt Thomas Neumann von KUMON Deutschland das
Prinzip der Methode. „Das fesselt die Aufmerksamkeit, Konzentration stellt
sich ein, der Schüler rechnet die Aufgaben gern. Sein Hirn arbeitet die
ganze Zeit, ohne Leerlauf. So wird er immer ein kleines Stück weiter an
seine Grenze geführt und überschreitet sie, betritt Neuland. Auf diesem
Prozess liegt unsere ganze Aufmerksamkeit bei der Begleitung der Schüler.“
„Die Kinder der Schule am Rabet erleben eine Ausnahme-Variante von KUMON“,
ergänzt Dr. Sylvia Harms. Normalerweise kommen Kinder - unabhängig von der
Schule - zweimal in der Woche nachmittags zu ihr ins Lerncenter. Sie und
ihre Assistenten beobachten die Kinder beim Arbeiten, leiten diese zum
motivierten, selbständigen Lernen an und geben ihnen passgenaue Aufgaben
nach Hause mit, die bis zum nächsten Besuch im Lerncenter bearbeitet
werden. Beim Schulprojekt ist diese Taktung nicht ganz so eng. Einmal pro
Woche bringt Nicole Szuban die gelösten Aufgabenblätter aller Kinder ins
Lerncenter, wo die Ergebnisse dokumentiert und die weiteren Lernschritte
jedes einzelnen Kindes geplant werden. Tags darauf holt die Lehrerin neue
Aufgabenblätter ab, und das Lernen startet in eine neue Woche.  Swenia Teichmann

 

Schulhund Lotte sorgt für mehr Ruhe im Unterricht

Es ist Dienstagmorgen. Nancy Kallenbach, Schulleiterin der August-Bebel-Grundschule im Leipziger Osten kommt heute nicht allein. Jeden Dienstag und Donnerstag wird sie von der Mischlingshündin Lotte begleitet - einer der noch relativ wenigen Schulhunde, die es in Sachsen gibt.

Nancy Kallenbach erzählt: „Ich stamme aus einer dörflichen Gegend, und als ich in Leipzig in der Schule begann, merkte dich, dass den Stadtkindern der Kontakt zu Tieren fehlt. Mit Unterstützung der Initiative Schule mit Zukunft Leipzig-Ost sowie Pro Bildung begannen wir bald mit Kindern, die Probleme im emotional-sozialen Bereich hatten, jeden Freitagnachmittag auf einen Pferdehof zu fahren. Dort waren sie wie ausgewechselt. Sie gingen ganz vorsichtig mit den Tieren um und waren richtig ausgeglichen. Aber am Montag ging es mit den Problemen wieder von vorn los. Solche Kinder, zum einen zu Aggressivität und zum anderen zu extremer Zurückhaltung tendieren, brauchten einen ständigen ,Ruhepol.“ Ein Pferd als Therapeut kam in der Stadt natürlich nicht in Frage.

Die 40jährige Pädagogin informierte sich und stieß auf Schulhunde, von denen bundesweit mehrere hundert im Einsatz sind.  Sie überzeugte das Kollegium, Mitarbeiter und Eltern von dieser Idee. Die Vorbereitung reichte weit über den Schulalltag hinaus.

Nancy Kallenbach besuchte Fortbildungen, suchte erfahrene Züchter, las in Blogs und Büchern. Fragen von Allergie bis Tierschutz mussten vorab geklärt werden.

Vor den Sommerferien 2014 kam Lotte als Welpe nach Leipzig. Beste Voraussetzungen brachte die am 1. Juni – dem Kindertag – geborene Doodle-Mischlingshündin brachte beste Voraussetzungen mit. Ihre Mutter ist Therapiehündin in einer Behinderteneinrichtung und der Vater ebenfalls Schulhund. Für den schwarzen Vierbeiner ist seitdem ständiges Lernen angesagt. Es begann mit der Eingewöhnung bei der Lehrerin zu Hause - ihre damals elfjährige Tochter war das erste Kind, mit dem Lotte in Kontakt kam. In den Sommerferien besuchte sie schon hin und wieder die Schule, ohne dass viele Kinder herumtobten. Zum Ende der Ferien kam sie erstmals mit den Lehrern in Kontakt.

Begleitend dazu besuchte die Hündin die Welpenschule. Die Schulleiterin sieht es als Glücksfall an, dass es in Leipzig eine Hundetrainerin gibt, die selbst auf Lehramt studiert und ein Konzept für Schulhunde entwickelt hat. Alle vierzehn Tage bekommt Lotte eine Einzelstunde und hin und wieder Gruppenstunden. Hinzu kommen zwei- bis dreimal jährlich Wochenendseminare. Den Unterhalt für die Hündin trägt die Schulleiterin aus der eigenen Tasche, für die Weiterbildung gibt es finanzielle Unterstützung.

Gemeinsam mit der jetzigen Klasse 3a begann die Eingewöhnung für Lotte mit kurzen Besuchen zum Kennenlernen ihrer „Klassenkameraden“. Etwa nach einem Dreivierteljahr begann ihr regelmäßiger Schuldienst. Seitdem trägt das Tier im Klassenzimmer zu einer entspannten Lernatmosphäre bei.

Im ersten „Dienstjahr“ wurde Lottes Einsatz durch Forscher der Universität begleitet, wobei es um Unterrichtsstörungen ging. Dabei wurden Unterrichtseinheiten mit und ohne Hund beobachtet und verglichen. Resultat: die Anzahl der Störungen ist bei Anwesenheit des Hundes signifikant zurückgegangen. Allein die Tatsache, dass das Tier mit im Raum war, trug zur deutlichen Entspannung der Atmosphäre bei. „Dabei stellte sich auch heraus, dass Lotte schon von sich aus  gespürt hat, wer ihre Zuwendung braucht“, berichtet Nancy Kallenbach. „Wir hatten damals zwei recht auffällige Kinder in der Klasse. Wenn ich mich dem einen Kind gewidmet habe, ist sie zu dem anderen gegangen, ohne dass ich ihr irgendwelche Signale gegeben hätte. Sie hat selbst gespürt, wo sie gerade gebraucht wurde.“

Die Mathematiklehrerin erklärt: „Meistens liegt Lotte direkt unter der Wandtafel, da wird sie von allen gesehen und hat alle im Blick, so dass sie spüren kann, wenn jemand nicht gut drauf ist und getröstet werden muss. Dann geht sie zu dem Schüler und legt sich zu seinen Füßen oder lässt sich manchmal den Kopf kraulen. Es ist noch nie vorgekommen, dass sich ein Kind unwohl fühlte, wenn Lotte im Raum ist. Alle freuen sich auf die zwei Tage in der Woche mit ihr.“

„Lotte hat bei der Klassenarbeit neben mich gelegt. Dann wurde ich gleich viel ruhiger und war nicht mehr so aufgeregt“, berichtet Jessie (9 Jahre).

„Als ich traurig war, bin ich zu Lotte gegangen und habe sie gestreichelt, und dann ging es mir besser“, erzählt Svenja (10 Jahre). „Ich kann ihr meine Gefühle sagen“, sagt Viktoria (9 Jahre). „Ich mag an Lotte am meisten, dass sie mir zuhört“, so Ariani (9 Jahre). „Lotte ist mein ein und alles“, gesteht Tim (9 Jahre). „Lotte ist wie meine Familie“, äußert Josefine (9 Jahre).

Die Hündin braucht aber auch ihren Freiraum. Will sie in Ruhe gelassen werden, kann sie sich zurückziehen. Sie kann sich frei im Schulzimmer bewegen, zu dem noch ein Nebenraum mit Sofa gehört. Eine Mutter hat ihr sogar ein gemütliches Kissen für ihre Ruhezone genäht.

In der Klasse ist Lotte auch Kameradin, Mitschülerin und Assistenz-Lehrerin. Hin und wieder wird sie aktiv in den Unterricht einbezogen und übernimmt kleine Aufgaben. Besonders motivierend für die Schüler ist es, wenn Lotte den Umschlag mit den Aufgaben auswählt, die gelöst werden sollen. Oder sie würfelt mal eine Zahl mit einem großen Schaumstoffwürfel und entscheidet dadurch, welche Gruppe zuerst dran ist.

Ganz nebenbei werden die Kinder mit Anatomie und Verhaltensweisen von Hunden vertraut gemacht, lernen, korrekte Anweisungen zu geben, auf die der Hund reagiert, und verbessern damit ihre Kommunikationsfähigkeit. Denn klare und eindeutige Ansagen verbessern auch den Umgang der Schüler untereinander. Nancy Kallenbach schildert ein Beispiel: „Ein Junge mit großen Konzentrationsproblemen sollte mit Lotte drei Aufgaben hintereinander bewältigen. Er sollte mit ihr auf den Teppich gehen, sie sollte die Kommandos Platz und Sitz ausführen. Dazu gehört die verbale Ansprache und eine Geste. Das war für ihn schon eine Herausforderung, doch die Motivation, dass Lotte alles macht, was er wollte, war enorm und hat ihn ein Stückchen in der Entwicklung vorangebracht.“

Auf das Ende so mancher Schulstunde freuen sich die Kinder allerdings nur deshalb, weil sie ihr nun der Reihe nach ein Leckerli überreichen dürfen. Lohn für beide Seiten.

Leider kann Lotte zwar nicht für alle 230 Schülerinnen und Schüler der August-Bebel-Grundschule da sein. In sogenannten Förderstunden haben auch die anderen Schüler Gelegenheit, mit Lotte in Kontakt zu kommen und vieles über den vierbeinigen Partner zu lernen.

Schüler rocken Leipziger library

Des Oberlichtsaals Wände in der Leipziger Stadtbibliothek trauten ihren Ohren kaum. Am Nachmittag des 07. April 2017.: Bass, Schlagzeug, Gitarre, Piano und mehrstimmiger Satzgesang sorgten für ungewohnte Schwingungen in dem sonst eher durch Klassiker bespielten literarischen Wohnzimmer der Stadt Leipzig. Von J. J. Cale, John Lennon bis hin zu eigenen Stücken reichte das kraftvolle Repertoire des seit knapp zwei Jahren bestehenden Projektes. Musik als universelle Sprache zwischen Herkünften, Religionen, Ansichten - die Schüler der 16. Oberschule erbringen eindrucksvoll den Beweis: Integration geht ganz einfach und braucht weder das Gequake von Politikern oder die Weinerlichkeit der Gutmenschen, noch den Hass verkniffener  Konservativer.

Rock-Lerchen "zwitschern" in Moritzbastei

Auf ihrem Weg ins Licht hat die Schülerband Leipziger Lyrische Rock-Lerchen aus dem Keller der 16. Oberschule nach der Stadtbibliothek am 11. August 2017 auch die Moritzbastei gerockt. Mit hard bis lyrisch, von Eric Clapton („Cocaine”, „Lay Down Sally”) über Ray Charles („Hit the Road Jack”) und Foster the People („Pumped Up Kicks”) bis Michael Bublé („Feeling Good”) und Ben E. King („Stand by me”) sowie bemerkenswerten Eigenkompositionen wie „Unknown Place” und „Psycho” haben sie die versammelten Lesekids begeistert. Wir sind gespannt, was die sechs aus fünf Ländern in Zukunft noch so alles ans Licht und auf die Bühne bringen werden...

Skate-School

Sportlich in den Ferien

Zum nunmehr fünfjährigen Jubiläum fuhren die Kinder der August Bebel Grundschule in den Sommerferien ins Sportferienlager nach Tschechien. Begleitet von der Schulsozialarbeiterin, Lehrkräften und schulnahen Betreuern ging es für neun Tage raus aus der Stadt und rein in die Natur. Zwischen Feldern, Pferdekoppeln, Wald und Bach verbrachten 60 Kinder erholsame und erlebnisreiche Ferientage. Der Sport stand wie immer im Mittelpunkt, die Kinder übten sich im Bogenschießen, dem Zweifelderball, es wurde Fußball gespielt, auch die Tischtennisplatten waren nahezu ununterbrochen belagert und die Ausflüge ins Freibad gehörten zu den Höhepunkten der Ferienlagerzeit. 
Aber auch vielfältige Unternehmungen und Ausflüge bereicherten die sonnigen Ferientage. Bei der Waldhasche waren Schnelligkeit und Geschicklichkeit gefragt, die Wiesen- und Waldrallye konnte nur mit viel Teamgeist bzw. Köpfchen bewältigt werden. Ebenso durften die Kinder wieder einen spannenden Kriminalfall lösen. 
Wir danken allen Betreuern für den tollen Einsatz und ProBildung Leipzig Ost ganz herzlich für die alljährliche finanzielle Unterstützung.

Ein halbes Schuljahr StartTraining Klasse 1 an der Schule am Rabet

Die Zeit der Begleitung durch die Studenten, gefördert von der Globus Stiftung und Pro Bildung, neigt sich dem Ende zu. Die KlassenlehrerInnen und SchülerInnen werden die zusätzliche Unterstützung vermissen. Das geförderte StartTraining begann am 01.08.2016 und endete am 31.01.2017. Für unsere drei ersten Klassen und eine DAZ- Klasse gab es jeweils eine personelle Unterstützung. Studentinnen des Lehramtes Grundschule haben in den Klassen eine hervorragende Arbeit geleistet. Schnell haben wir uns an die Möglichkeit gewöhnt, einigen Kindern aus den Klassen eine Extraförderung zukommen zu lassen. Dadurch wurde es möglich, alle Ressourcen bei allen Kindern auszuschöpfen und Lücken zu schließen. Nach einer ausführlichen Schulausgangsdiagnostik von insgesamt 78 Kindern konnten die Kinder mit besonderem Förderbedarf herausgefiltert werden - aus jeder Klasse waren das 6-8 Kinder.

Die Einzel- oder Gruppenförderung fand in verschiedenen Bereichen statt. Die Schüler wurden aus dem Unterricht herausgelöst und durften in einer angenehmen Atmosphäre an ihren Defiziten arbeiten, ohne dass sie es als diese wahrgenommen haben. Oft haben die Studenten in den Übungsphasen die LehrerInnen im Unterricht unterstützt und im Klassenverband geholfen den laufenden Unterrichtsstoff zu vermitteln bzw. zu festigen. Es wurde an der Verbesserung der Feinmotorik, der Konzentration oder der Orientierung im Raum geübt. Vor allem im Bereich des Erstlesens und der Mengenerfassung waren die Studenten eine große Hilfe. Die Schüler fühlten sich mit ihren Defiziten angenommen und nicht ausgegrenzt. Sie haben gemerkt, dass auch sie eine Chance bekommen und so angenommen werden, wie sie sind. Das ermutigte sie, im Unterricht aktiver zu werden und sich nicht zurückzunehmen sondern mutig voranzugehen. Die Studenten haben jede Klasse 10 Stunden wöchentlich unterstützt. So konnte frühzeitig verhindert werden, dass einige Kinder frühzeitig dem Lehrplan nicht mehr folgen konnten. Es wurde möglich, Lücken aus der vorschulischen Bildung zu schließen.

Durch das StartTraining wurde ein zusätzliches Angebot in den Klassen geschaffen, welches die genaue Erfassung der Lernausgangslagen der einzelnen Schüler und die daran anschließende Einzelförderung ermöglichte. Die Einzelförderung wurde von den Kindern dankbar angenommen.

Wir möchten uns herzlich, bei den Studenten für ihre geleistete Arbeit und bei der Globus Stiftung und Pro Bildung für die finanzielle Unterstützung bedanken.

Nicole Szuban (Lehrerin). Auf dem Foto: Frau Rörig, Frau von Gröning, Frau Nahr, Frau May (nicht abgebildet). Foto: Frau Szuban

Klappe, die Erste

So hieß es kürzlich bei der Klasse 4a der Schule am Rabet. Denn sie waren in der Media City Leipzig und haben eine Studiotour mitgemacht, um einmal hinter die Kulissen zu schauen und vor die Kamera zu treten. In einem Studionachbau von „MDR aktuell“ konnten sie ihre verborgenen Talente als Nachrichtensprecher zeigen und eigene Berichte vortragen oder einen Text vom Teleprompter ablesen. Das wurde natürlich auch alles aufgenommen.

Neben dem Raum der Requisiten - vom Fahrrad bis zum Kochtopf gab es hier alles - sowie einem Raum mit über 10 000 Kostümen durften sie auch das Studio besuchen, in dem die Sendung „Riverboat“ gedreht wird und einen Blick ins Studio der Serie „In aller Freundschaft“ werfen. Das war richtig aufregend. Spannend war aber auch der Raum mit der Greenscreen. Darin verbarg sich zwar nur eine grüne Leinwand, doch diese konnte einen visuell zu den verschiedensten Orten bringen - egal ob Regenwald, Zauberschloss, Weihnachtsdorf oder vor einer Wetterkarte. Dieser Tag wird den Kindern auf alle Fälle noch lange in Erinnerung bleiben. 

Herr Hähnel, (Klassenlehrer, stellvertretender Schulleiter der Schule am Rabet)

Ein feierlicher Tag an der 16. Schule – Oberschule der Stadt Leipzig

Ansporn für weiteres gutes Lernen bildete die Übergabe von Stipendien an ausgewählte leistungsstarke Schüler der 7. bis 10. Klassen. Erstmals wurden vier Sonderstipendien im Wert von 100 Euro verliehen. Schulleiter Volker Schmidt und Wolfgang Gärthe überreichten die Umschläge mit den Stipendien. Anschließend sprachen sie mit den anwesenden 28 Schülerinnen und Schülern über deren Zukunftspläne und persönliche Ziele.

Berufsvorbereitendes Jahr fördert Disziplin und Teamfähigkeit

Von Anfang August 2016 bis Ende Juni 2017 fördern die Globusstiftung und die Initiative Schule mit Zukunft Leipzig-Ost das Berufs vorbereitende Jahr am Leipziger Berufsschulzentrum 7. Zum Auftakt gestalteten die 16 TeilnehmerInnen am BVJ unter Anleitung der Fachlehrerinnen Frau Neustadt und Frau Kristof ihre persönlichen Lernmittelboxen. Neben den fachlichen Aspekten wird auch die Stärkung von Motivation und Teamfähigkeit sowie Sozialkompetenz gefördert. Zu den zahlreichen außerunterrichtlichen Aktivitäten gehören u. a. Teambildungsmaßnahmen wie ein gemeinsames Kochprojekt, ein Theaterbesuch und sportliche Betätigung bei einer Paddeltour und beim Bogenschießen.

Dirk Roßmann spendet Leipziger Initiative 1.000 Lehrerstunden

Die Schulabbrecherquote ohne wenigstens den Hauptschulabschluss zu erreichen, liegt mit ca. 15 Prozent deutlich über dem bundes- sowie sachsenweiten Durchschnitt (5,5 % / 9 %). Vor diesem Hin-tergrund hatte Dirk Roßmann entschieden, die Eröffnung des Leipziger Prestigeobjektes in der Hainstraße mit der Unterstützung eines Bildungsprojektes zu verbinden, das junge Menschen gezielt fördert und die hohe Abbrecherquote senkt. Hier kam auf Vorschlag des Oberbürgermeisters das Bildungsprojekt „Schule mit Zukunft Leipzig Ost“ der Initiative „ProBildung Leipzig Ost gGmbH“ ins Spiel. Das Projekt fördert seit 2008 Schüler durch „Start-Trainings“ in den Klassen 1 und 5  beim „Nachteilsausgleich“ an sozialen Brennpunkten und unterstützt die Schulen mit zusätzlichen Lehrern, zumeist arbeitslose Lehrer mit erstem Staatsexamen, die auf den Beginn ihres Referendariats warten. Der Gründer und Geschäftsführer der ProBildung Leipzig Ost gGmbH, Wolfgang Gärthe, war mit drei Schulleiterinnen in den Jägerhof gekommen, um sich zu bedanken und Werbung für sein Bildungsprojekt zu machen. „Mit den 10.000 Euro werden 1.000 Stunden Lehrereinsatz finanziert“, kündigte Wolfgang Gärthe an. ProBildung Leipzig Ost habe inzwischen bewiesen, dass die Devise „Jeder Absol-vent mit Abschluss und Anschluss“ auch bei so genannten „Brennpunktschulen“ Gültigkeit habe.

Globus-Stiftung unterstützt Schule am Rabet

Als Vertreter des Globus Marktes Leipzig Seehausen besuchten uns am Dienstag, dem 13.12.2016 Herr Mätzig (Geschäftsleiter) und Frau Ribbe (Personalleiterin/Stiftungsbeauftragte). Gemeinsam mit Herrn Gärthe (ProBildung) informierten sie sich bei der Schulleiterin über die bisher finanzierten Projekte in den Klassen in diesem Schuljahr sowie über die allgemeine Situation an der Grundschule. Alle Klassen unserer Schule besuchten in der Vorweihnachtszeit Kulturveranstaltungen, die durch die Globus-Stiftung finanziert wurden. Stellvertretend überraschten die Schüler und Schülerinnen der Klasse 4a mit einer besonderen Inszenierung von „Hänsel und Gretel“ angelehnt an den Opernbesuch unter Anleitung von Frau Müller die Gäste. Kurzfristig wurde dieses Stück eingeübt, geprobt und mit großer Aufregung aufgeführt.Akteure der DaZ-Klasse 3/4 hatten mit Frau Gottschalk ein Plakat zum Zoo-Besuch angefertigt und berichteten. Die Kinder der Klasse 1a und Frau Elger waren von „Peterchens Mondfahrt“ beeindruckt und präsentierten ein sprechendes Plakat. Über die Vorstellung im Schauspielhaus „Der schlaue Urfin und seine Holzsoldaten“ schrieben die Kinder der Klasse 3a mit Frau Stanisch. Die Erstklässler der Daz-Klasse hatten ebenfalls mit Frau Kießling ein Plakat mit Bildern und Fotos vom Zoobesuch gestaltet. Die liebevoll gestalteten Kinderarbeiten nahmen Frau Ribbe und Herr Mätzig mit in die Geschäftsstelle.

Bettina Trummer (Schulleitung, Schule am Rabet)

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Zu Gast bei einer "starken Schule"

Die Mittelschule an der Wiesentfelser Straße in München wurde im Jahr 2013 Bundessieger im Wettbewerb "Starke Schule", sie arbeitet unter ähnlichen Bedingungen wie unsere Schulen im Leipziger Osten. Daher war es für uns besonders interessant zu erfahren, wie diese Schule die täglichen Herausforderungen meistert. So fuhren wir zum Erfahrungsaustausch nach München.

Wir wurden an der Schule sehr herzlich und mit offenen Armen empfangen.

Frau Zeitler, die Schulleiterin, informierte uns nach einem Rundgang, welchen ebenfalls der ehemalige Schulleiter Herr Walther mit unterstützte, über die Entwicklung der Schule und die Schwerpunkte der jetzigen Arbeit. Kernpunkte sind - wie auch an unseren Schulen - ein stimmiges Schulprogramm, engagierte KollegInnen und die Zusammenarbeit mit zahlreichen externen Partnern und Unterstützungssystemen.

Wir lernten verschiedene Schülerfirmen kennen, deren Arbeit auch in besonderer Form vom Staatlichen Schulamt und der Stadt München unterstützt werden. Projekte zur Leseförderung und zum Erlernen der deutschen Sprache waren genauso interessant wie die Existenz eines "Förderlehrers", welchen es in dieser Form nur in Bayern gibt und der Schüler mit Entwicklungsproblemen gezielt  unterstützt.

Unterrichtsbesuche rundeten das Programm ab. Mit zahlreichen Anregungen und Informationen kehren wir nun in die alltägliche Arbeit an unserer Schule zurück. Gern würden wir KollegInnen der Mittelschule an der Wiesentfelser Straße auch bei uns begrüßen, um unsere Arbeit und Möglichkeiten vorzustellen sowie weiter im Gespräch zu bleiben.